Am Amazon Prime Day wurde auch stationär mehr eingekauft

Am Amazon Prime Day wurde auch stationär mehr eingekauft

Um das Sommerloch zu füllen, kam Amazon 2015 auf die Idee, den Prime Day einzuführen: Seither können sich Verbraucher Mitte Juli auf zahlreiche Sonderangebote freuen. Davon profitiert selbst der stationäre Handel.

In diesem Jahr fand der Amazon Prime Day am 15. und 16. Juli statt. Kunden mit einem Prime-Abo hatten an den beiden Tagen Zugang zu tausenden Angeboten und Schnäppchen. Neben den Produkten verschiedener Hersteller ließen sich auch Amazon-eigene Geräte wie die Echo-Lautsprecher, die Kindle-eBook-Reader oder die Fire TV Sticks günstiger erwerben sowie Rabatte auf Dienste wie Amazon Music nutzen. Von dem Event profitierten neben dem Onlineshop ebenso die von Amazon betriebenen Whole Foods-Filialen. Interessanterweise verzeichneten auch andere stationäre Händler zusätzliche Umsätze. Das zeigen Zahlen aus den USA.

Vorteile für Whole Foods Kunden

Seit Frühjahr erhalten Amazon Prime-Mitglieder in Filialen der Bio-Supermarktkette Whole Foods Rabatte – zusätzlich zu den im Lebensmittelhandel üblichen Sonderangeboten. Neben diesem doppelten Preisnachlass gibt es für sie über 300 zusätzliche exklusive Angebote. Amazon Prime-Mitglieder waren zumindest zuvor kaum in den Filialen zu finden: Dem Marktforscher Wolfe Research zufolge besuchen lediglich fünf Prozent der 95 Millionen für den Service registrierten Verbraucher Whole Foods-Läden mehrmals pro Monat. Und 42 Prozent gehen gar nicht in den Bio-Supermarkt.

Am Prime Day sah dies allerdings anders aus: Laut dem auf die Analyse von Filialbesuchen spezialisierten Unternehmen Placer.ai lagen die Besuchszahlen in Whole Foods Stores am Samstag, den 13. Juli (also noch vor dem eigentlichen Prime Day), bereits 20,3 Prozent über dem Normalwert für 2019. Am Sonntag waren es bereits 26,8 Prozent mehr. Der Eventstart am Montag, dem 15. Juli, sorgte dann für die bislang viertmeisten Wochentags-Besuche des Jahres.

Auch andere Händler profitierten

Für die Konkurrenz von Amazon ermittelte Placer.ai ebenfalls Zahlen. So lag der In-Store-Verkehr bei Walmart das gesamte Wochenende vor dem Prime Day deutlich über dem Normalwert: Am Freitag um 25,7 Prozent, am Samstag um 37,5 Prozent und am Sonntag um 26,1 Prozent. Auch bei Target stieg der Verkehr, allerdings deutlich moderater. Der Händler sah am Montag drei Prozent, am Dienstag 4,4 Prozent und am Mittwoch (also nach dem zweitägigen Prime Day) 4,9 Prozent mehr Kunden in seinen Läden. Der Traffic bei Best Buy stieg ebenso an, am 15. Juli um 6,5 Prozent und am 16. Juli um 4,6 Prozent.

Online-Umsätze am Prime Day

Online verkaufte Amazon am Prime Day laut eigenen Angaben weltweit mehr als 175 Millionen Artikel. Kunden hätten insgesamt über einer Milliarde US-Dollar eingespart. Gleichzeitig erhöhten sich die Online-Umsätze großer Einzelhändler am ersten Tag des Prime Day um 64 Prozent gegenüber einem durchschnittlichen Montag. Dies belegen zumindest Zahlen, die Adobe Analytics an retaildive.com weitergab.

2019-07-25T13:47:58+00:00