Amazon greift Loyalty-Programme im Handel an

Mit Amazon Prime hat der Onlineriese schon lange ein Bonusprogramm, das Mitgliedern schnellere Lieferungen, Serien und Filme, Musik und mehr bietet. Nun ist es in den USA auch im stationären Handel angekommen.

Seit Februar 2005 offeriert Amazon das Kundenbindungsprogramm Amazon Prime an. Gegen eine monatliche Gebühr konnten die Kunden damals von Vorteilen wie einem Gratisversand und der Zustellung innerhalb von zwei Tagen profitieren. Im Laufe der Zeit erweiterte der Konzern das Angebot des Service immer weiter: So wurde die Möglichkeit hinzugefügt, Filme und Serien zu streamen, ein Musikangebot gestartet und eine Cloud für Fotos und Videos hinzugefügt. Später kam noch die Gratislieferung am selben Tag hinzu. Die Nutzung von Services wie Amazon Fresh setzt ebenfalls eine Prime-Mitgliedschaft voraus.

Waren bisher alle Vorteile und Services von Amazon Prime auf die Online-Welt beschränkt, hat das Unternehmen vor kurzem damit begonnen, Prime-Mitgliedern auch offline Vorteile anzubieten. So erhalten diese in den von Amazon betriebenen Whole Foods-Supermärkten inzwischen Rabatte auf bestimmte Waren. Diese sind für die Kunden entsprechend gekennzeichnet.

Öffnung für andere Händler

Es gilt als absehbar, dass das Programm auch für andere stationäre Händler geöffnet wird. So könnten diese von der Reichweite von Amazon Prime profitieren: In den USA haben sich laut dem Unternehmen 95 Millionen Verbraucher für den Service registriert. Diese könnten durch die Sonderangebote in die Geschäfte gelockt werden, wo sie weitere Einkäufe tätigen – wie bei einem klassischen Bonusprogramm eben.

Auf der anderen Seite würde der Händler damit wohl dazu gezwungen, seine Kundendaten mit Amazon zu teilen. Da Amazon aber eben nicht nur ein Loyalty-Programm ist, sondern auch ein Onlinehändler, wird das Unternehmen die Daten wohl auch für das eigene Marketing nutzen und so dem Händler am Ende dessen Kunden abspenstig machen.

2019-01-24T15:12:32+00:00