Amazon lässt wieder automatisch nachbestellen

Amazon lässt wieder automatisch nachbestellen

Dass nicht alle Ideen von Amazon funktionieren, konnte man am Beispiel der inzwischen eingestellten Dash Buttons sehen. Deren Nachbestellfunktion feiert nun in anderer Form aber dennoch eine Renaissance. Unabhängig davon möchte das E-Commerce-Unternehmen zudem sein Amazon Go-Konzept wohl künftig an andere Händler lizenzieren.

Unter dem Druckerpapier fällt das Amazon Dash Smart Shelf kaum auf. (Bild: Amazon)

Das neu vorgestellte Amazon Dash Smart Shelf ist eine spezielle Ablagefläche, die in den in USA in drei Größen (7×7 Zoll / 12×10 Zoll / 18×13 Zoll) angeboten wird und das Gewicht der darauf gestellten bzw. gelegten Produkte erfasst. Dabei könnte es sich beispielsweise um Notizblöcke, Druckerzubehör oder Toilettenpapier handeln. Wenn eine bestimmte Menge unterschritten wird, ordert das System die platzierte Ware entweder bei Amazon direkt nach oder versendet eine Nachricht an die dafür Verantwortlichen.

Mit den Dash Smart Shelfs richtet sich Amazon diesmal rein an Geschäftskunden. Die mittels Stromanschluss oder Batterie lauffähigen Geräte sind allerdings noch nicht für alle Amazon Business-Kunden in den USA erhältlich, da sie erst einmal in einem Pilotprojekt erprobt werden sollen.

Amazon Go vor großer Expansion?

Derweil berichtet Bloomberg unter Berufung auf eine mit der Materie vertraute Quelle, dass Amazon bereits im ersten Quartal nächsten Jahres seine Amazon Go-Technologie in neuen Ladenformaten einsetzen und an andere Händler lizenzieren könnte. Falls dies wirklich der Fall ist, sollte man vermutlich mit der gewaltigen Expansion des Konzepts rechnen, die viele schon seit der Eröffnung des ersten kassenlosen Amazon Go Stores in Seattle vor fast zwei Jahren erwartet hatten. Zwar folgten inzwischen 20 weitere Filialen – bezogen auf die komplette USA wirkt das angesichts der Marktmacht Amazons aber wenig beeindruckend.

Das Go-Team soll während der vergangenen zwei Jahre intensiv daran gearbeitet haben, dass das komplexe System aus Kameras und Software deutlich einfacher zu installieren und zu handhaben wird, um die Kosten zu senken und es für andere Händler attraktiver zu machen. Laut Schätzungen mit dem Programm vertrauter Personen hat Amazon allein beim ersten Amazon Go Store mehrere Millionen Dollar für Kameras, Netzwerktechnik und Server ausgegeben. Neuere Versionen verfügten allerdings über effizientere Kamera-, Software- und Netzwerkfähigkeiten und benötigten weniger Server.

Zukunftsprognosen mangelhaft

Ob Kosten und Nutzen sich nun die Waage halten, wird erst die Zukunft zeigen – die noch nicht einmal Amazon wirkungsvoll voraussagen kann. Denn aus einer vor fünf Jahren patentierten Technologie, mit der das Unternehmen die nächsten Käufe seiner Kunden prognostizieren wollte, ist wohl kaum etwas geworden. Wie der Leiter des Bereichs „Machine Learning“ gegenüber Business Insider mitteilte, wird an entsprechenden Modellen derzeit nicht einmal gearbeitet. Und selbst mit den teils eher unsinnigen Produktempfehlungen nach dem meist einmaligen Kauf von Großgeräten tue man sich immer noch schwer, gibt Cédric Archambeau unumwunden zu.

2019-11-28T10:00:09+00:00