Auf welche Innovationen setzen asiatische Händler?

Der stationäre Handel in Asien gilt – was Innovationen betrifft – als einer der fortschrittlichsten Märkte der Welt, auch im Vergleich zur deutschen Retail-Landschaft. Doch welche Lösungen und Technologien nutzen die Händler in Fernost?

Der Technologieanbieter Tofugear hat in seinem jährlichen „Asia Digital Transformation Report“ 150 Einzelhandelsleiter und Führungskräfte in der Region zu ihren Innovationsplänen befragt. Insbesondere wollte er wissen, welche kundenorientierten Technologien die Händler für das nächste Jahr priorisieren. Dabei fallen drei Lösungen besonders auf.

1. Scan & Go mit mobilen Anwendungen

Wenn es um Scan & Go geht, setzen Einzelhändler inzwischen auf das Gerät, das die meisten Menschen sowieso immer mit sich führen: ihr Handy. Mit ihm können Kunden dank mobiler Apps Produkte einscannen, während sie in einem Geschäft unterwegs sind. Anschließend bezahlen sie die Waren direkt in der App oder an einer Kasse.

Dies spart den Kunden Zeit und ist verglichen mit anderen Innovationen am Check-Out, wie etwa der unbemannten Ladentechnik, deutlich kosteneffizienter. Zudem entfremden Scan&Go-Lösungen keine Verbraucher, die weiterhin gern von einem Menschen bedient werden möchten. Insgesamt priorisieren 50 Prozent der Unternehmen Investitionen in diese Technologie.

2. Same-Day-Delivery

Während Pizza, Burger und Co. inzwischen in unter 30 Minuten geliefert werden, müssen Verbraucher auf Bestellungen in Onlineshops mehrere Tage warten. Dies frustriert die Konsumenten in Asien ebenso wie in anderen Teilen der Welt. Daher planen laut der Studie 38 Prozent der Unternehmen, in Same-Day-Delivery zu investieren.

Allerdings weist Tofugear darauf hin, dass es deutliche regionale Unterschiede geben könnte. So liegt zum Beispiel Hongkong bei der Liefergeschwindigkeit hinter anderen Ländern zurück, weswegen die Investitionen dort höher ausfallen dürften als in Japan, wo Same-Day-Delivery schon weit verbreitet ist. Dort hat auch Amazon kürzlich ein eigenes Netzwerk von Uber-ähnlichen Zustellfahrern aufgebaut, um sein „Prime Now“-Angebot zu unterstützen.

3. Einkaufsfähige Bildschirme im Geschäft

Nicht vorrätige Artikel stellen eines der größten Probleme beim stationären Einkauf dar, das immer mehr Händler mit interaktiven Bildschirmen kontern. Kunden können darüber in anderen Geschäften oder online bestellen und sich die Waren nach Hause liefern lassen. Damit dies funktioniert, müssen die Einzelhändler ihre Lagerbestände über alle Kanäle in Echtzeit im Blick haben. Nur so ist es möglich, zu einem effektiven Order- und Fulfillment-Hub zu werden. Für 33 Prozent der befragten Unternehmen sind diese Shoppable Screens – auch bekannt als Endless Aisle oder Digital Shelf – eine Priorität bei ihren Investitionen.

Fazit

Keine der Lösungen ist in Deutschland unbekannt, besonders Scan & Go und die Shoppable Screens werden von einigen Unternehmen bereits getestet. Die Asiaten scheinen nun aber über diese Testphase hinaus zu sein. Sie sind bereit, sich auf bestimmte Technologien festzulegen und entsprechend Geld in die Hand zu nehmen.

2019-09-26T14:16:31+00:00