Augmented Reality wird immer interessanter für den Handel

Unter den Technologien, die das Einkaufen im stationären Handel in ein Erlebnis verwandeln sollen, stehen Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) weit vorne. Laut aktuellen Trends prescht ersteres dabei voraus.

Einer Studie des Marktforschers eMarketer zufolge verwenden in diesem Jahr 42,9 Millionen US-Amerikaner mindestens einmal im Monat VR. Das entspricht 13 Prozent der Gesamtbevölkerung der USA. Um AR steht es sogar noch besser: Die Technologie soll von 68,7 Millionen US-Bürgern (20,8 Prozent der Bevölkerung) monatlich genutzt werden.

Dabei sticht heraus, dass eMarketer seine Prognose für VR nach unten korrigieren musste, um „der sich ändernden Marktdynamik Rechnung zu tragen“. Denn tatsächlich ist es so, dass VR nach wie vor hauptsächlich im Gaming-Bereich seine Anwendung findet. Darüber hinaus benötigen technologisch anspruchsvollere Lösungen teure Hardware. Zwar können virtuelle Welten auch mit dem Smartphone betreten werden, doch gibt es hier starke Einschränkungen beim technisch Machbaren und der Immersion. AR hingegen hat den großen Vorteil, dass die reale Welt ergänzt wird, was sich besonders Marken und Händler zunutze machen.

Zahlreiche Anwendungsbeispiele für AR

Tatsächlich schaffen es derzeit viele Use Cases für Augmented Reality in die Nachrichten. So vermisst Nike beispielsweise bald die Füße seiner Kunden, um den perfekt sitzenden Schuh zu finden. Burger King tauschte die Werbeplakate seines Hauptkonkurrenten McDonalds effektvoll gegen eigene Anzeigen aus. Der Parfüm- und Kosmetikkonzern Coty lässt seine Kunden virtuell neue Haarfarben testen, Estee Lauder bietet einen solchen Service für Makeup. Und bei Möbelhändlern wie Ikea dürfen Kunden Einrichtungsgegenstände virtuell in ihrer Wohnung platzieren.

All diesen Anwendungsfällen ist gleich, dass sie die Angebote der Marken und Händler ergänzen, und das mit wenig Aufwand. Nötig sind meist nur das Smartphone des Nutzers und eine entsprechende App. Aber es können auch andere Lösungen wie interaktive Spiegel oder Screens verwendet werden. Dementsprechend erwartet Gartner auch, dass bereits 2020 über 100 Millionen US-Bürger mit Hilfe von AR-Anwendungen shoppen. Im selben Jahr wollen 46 Prozent der Händler in den Vereinigten Staaten ihre AR- und VR-Lösungen im Einsatz haben.

Den Usern kommt diese Entwicklung entgegen. In einer Studie des britischen Unternehmens ByBox aus dem Januar 2018 schlossen sich 44 Prozent der Befragten der Aussage an, „Alles, was das Einkaufserlebnis verbessert, ist ein Plus“. Einer Erhebung von JLL zufolge, deren Veröffentlichung noch aussteht, wollen sogar 75 Prozent der Verbraucher interaktive Technologien wie AR in den Läden sehen.

2019-05-16T14:56:42+00:00