Drei Beispiele für Händler, die den Wandel geschafft haben

Für viele Händler ist der E-Commerce eine große Herausforderung. So manche mussten aufgrund der veränderten Einkaufsgewohnheiten (und falscher Entscheidungen) bereits schließen. Doch einige haben die Anpassung auch geschafft.

Best Buy

In den Jahren 2013 bis 2017 stand der Elektronikhändler kurz vor dem Ende: Die Comparable Sales, also die Verkaufszahlen ohne geschlossene und neu eröffnete Läden, wuchsen nur noch weniger als ein Prozent oder waren gar rückläufig. Seit 2017 nehmen die Verkäufe jedoch wieder zu, und das Unternehmen gilt in den USA als das beste Beispiel für eine erfolgreiche Modernisierung.

Diesen Status erreichte der Händler, indem er seine Omnichannel-Fähigkeiten ausbaute und sich auf Dienstleistungen konzentriert. Das Unternehmen hat auch die Preise niedrig gehalten, in seine Mitarbeiter investiert, um den Kundenservice zu verbessern, und seit 2013 zwei Milliarden Dollar an Kosten eingespart. Zudem erweiterte Best Buy sein Angebot: So arbeitet das Unternehmen nun mit Apple bei Reparaturdienstleistungen zusammen, ist in den Markt von Heimfitness- und medizinischen Haushaltsgeräten eingestiegen und gab 800 Millionen Dollar aus, um sich unter anderem in Gesundheitsdienste zu integrieren.

Target und Walmart

Target und Walmart gelten in den USA als die beiden Hauptkonkurrenten von Amazon. Beide leiden unter dem Erfolg des Onlinehändlers, was sie dazu nötigte, sich selbst weiterzuentwickeln. Im Februar 2017 stellte Target dann seinen Plan für die Zukunft vor: Investitionen in die Geschäfte, die digitale Infrastruktur, die Eigenmarken, die Löhne und Preise. In einem Jahr, in dem Amazon der Inbegriff für die Gegenwart und Zukunft des Einzelhandels war, schienen diese Pläne in die komplett falsche Richtung zu gehen ­– die Aktie des Unternehmens fiel bei der Ankündigung um mehr als zehn Prozent. Dennoch konnte Target 2019 Quartalszahlen veröffentlichen, die in der Branche beneidet werden, was den Erfolg der Investitionen zu bestätigen scheint.

Auch Walmart blickt heute zufrieden auf einen gelungenen Wandel zurück: Noch Mitte des Jahrzehnts stagnierten die Umsätze im US-Geschäft des Einzelhandelsriesen, während die Comparable Sales rückläufig waren oder kaum vorankamen. Walmart reagierte darauf, indem es Geld in seine Geschäfte, Mitarbeiter, Technologien und digitalen Plattformen investierte, auch durch die Übernahme von Jet.

Fazit

Alle drei Händler verfolgten letztlich dieselbe Strategie: Sie mussten sich für den Omnichannel öffnen. Anstatt sich als stationärer Händler zu verstehen, der wenn überhaupt nur nebenbei einen Onlineshop führt, wurden Kanäle miteinander verzahnt und entsprechende Services angeboten. Mit ihren Click&Collect-Angeboten im Lebensmittelsegment sind Walmart und Target zum Beispiel ihrem Hauptkonkurrenten Amazon deutlich voraus. Zusätzliche Angebote, vor allem im Dienstleistungsbereich, steigerten zudem die Relevanz ihrer Filialen für die Verbraucher.

2019-12-05T14:06:59+00:00