„Es geht darum, wie ich etwas verkaufe“

Carsten Szameitat, seit März 2019 neuer Director der INTERNET WORLD EXPO, erklärt, wie sich der Handel derzeit entwickelt und welche Herausforderungen aktuell angegangen werden müssen. Zudem führt er aus, wie das neue Konzept der INTERNET WORLD EXPO bei den notwendigen Transformationen helfen kann.

In einem Gespräch mit Nikolaus von Graeve, Geschäftsführer der rabbit eMarketing GmbH, erklärte Szameitat kürzlich: „Es geht darum, wie ich etwas verkaufe. Die Aufteilung der Kanäle war der technologischen Entwicklung geschuldet und die Vertriebskanäle haben sich deutlich schneller digital entwickelt als andere.“ Ein Beispiel hierfür sei der Versandhandel, der einst mit Katalogen anfing und sich dann in der digitalen Welt extrem schnell entwickelt habe. Die stationären Händler würden dagegen jetzt erst mit der Aufholjagd beginnen, hätten dabei aber ganz andere Herausforderungen zu meistern.

Generell gebe es derzeit zwei wichtige Entwicklungen im Handel. „Zum einen sieht man einen sehr starken Trend von Onlinern, die feststellen, dass der direkte Kundenkontakt wichtig ist und auf einmal in die stationäre Fläche gehen und mit den Kunden reden“, führt Szameitat aus. „Sie alle haben zwar eine Onlinepräsenz, aber sie möchten das Feedback des Kunden haben. Und auf der anderen Seite haben wir ganz viele stationäre Händler, die von dem, was die Onliner machen, ziemlich beeindruckt sind: Die können alles messen, die wissen, wie viele Leute da gewesen sind, sie kennen die Farben der Produkte, die angeschaut worden sind.“ Jetzt sei es naheliegend, das Beste aus beiden Welten herauspicken zu wollen. Deshalb versuche man, die Systeme der Onliner zu nehmen und zu schauen, wie weit diese auf die stationären Flächen adaptierbar sind.

Die Digitalisierung funktioniert in zwei Richtungen

Onlinehändler stellen Produktdaten wie Bilder und Beschreibungen, agile Preismodelle und mehr digital zur Verfügung. Stationäre Händler eifern diesem Vorbild inzwischen immer öfter nach und nutzen hierfür Apps, Info-Screens oder In-Store-Tablets. „Diese Informationen dürfen aber nicht nur dem Kunden zur Verfügung gestellt werden, sondern müssen auch dem Mitarbeiter zugutekommen“, erklärt Szameitat. Stationäre Händler sollten sich also auch überlegen, wie sie ihre Mitarbeiter mitnehmen können, „damit die sich nicht digital abgehängt fühlen, sondern ihnen ein Mehrwert kommuniziert wird. Es kann nicht sein, dass wir zum Beispiel digitale Preisschilder einführen und auf der anderen Seite demjenigen, der die Preisschilder bis jetzt betreut hat, keine andere adäquate Aufgabe geben.“

Der Handel im Fokus: Das neue Konzept der INTERNET WORLD EXPO

Diese Entwicklungen im Handel schlagen sich auch in der INTERNET WORLD EXPO nieder. Sie soll der Dreh- und Angelpunkt für den digitalen Handel in Deutschland sein – und darüber hinaus das Thema Commerce ganzheitlicher abbilden. Schließlich sind im Handel On- und Offline-Welt nicht mehr zu trennen. „Bislang lag bei der EXPO der Fokus immer auf der digitalen Transaktion“, erklärt Szameitat. „Künftig soll auch die Kundenansprache hinzukommen, Themen wie Print & Packaging, Logistik, Handel auf Plattformen wie Amazon.“

Um Aussteller, Partner und Besucher zusammenzuführen, setzt das EXPOTeam auf ein neues Content-Marketing-Konzept und auf neue Veranstaltungsformate. So erhalten alle Besucher, die ein Content-Ticket buchen, damit Zugang zu allen Vorträgen, die auf den Messebühnen gehalten wurden – auf Wunsch auch per Videostream nach der Messe. Zusätzlich entsteht rund um die INTERNET WORLD EXPO die Munich Commerce Week, eine Woche mit den verschiedensten Veranstaltungen zu Handelsthemen, die an diversen Locations in München stattfinden.

2019-07-04T14:37:56+00:00