Flagship-Store: Bloomingdales erneuert Beauty-Abteilung

In Kaufhäusern erwirtschaftet die Beauty-Abteilung oft den größten Umsatz pro Quadratmeter. Doch auch hier macht sich die Konkurrenz durch Onlineshops bemerkbar. Neue Konzepte wie das von Bloomingdales sollen dem entgegenwirken.

Der Flagship-Store von Bloomingdales in New York hat seine Beauty-Abteilung komplett neu gedacht. Auf vier Stockwerken zeigt das Kaufhaus seine Vorstellung davon, wie Beauty-Produkte in Zukunft verkauft werden. Die Abteilung nimmt über 3.000 Quadratmeter im Erdgeschoss ein, auf weiteren Etagen ist sie mit „Satelliten“ präsent. Die Kunden erwartet „ein Spielplatz für die Schönheits- und Duft-Welt“, wie es Francine Klein, Vice President bei Bloomingdales, gegenüber dem Forbes Magazin formulierte.

Betritt ein Kunde den Laden an der 59. Straße, wird er mit einem roten Teppich in der Beauty-Abteilung begrüßt. An „play stations“ kann der Verbraucher dort neue Produkte ausprobieren. Damit bekennt sich das Kaufhaus nach wie vor zu dem Umsatztreiber Beauty. Andere Kaufhäuser haben die Abteilung hingegen in eines der oberen Stockwerke verlagert.

Bei den Produkten setzt Bloomingdales noch stärker auf Düfte und Parfüms: Das Kaufhaus bietet ihnen nicht nur 25 Prozent mehr Platz als zuvor, es hat auch sein Angebot um 14 neue Marken erweitert. Dazu zählt auch Hermetica, für die Online-Parfümerie ist dies der erste physische Auftritt. Ein besonderes Erlebnis bietet Le Labo, das die Düfte vor Ort für den Kunden anmischt und mit personalisierten Etiketten versieht.

Interaktive Technologien

Natürlich setzen auch Bloomingdales und die Marken in der Abteilung auf neue Technologien, um die Kundenerfahrung zu verbessern. So wird digitale Technologie unter anderem in den Shop-in-Shop-Umgebungen verschiedener Hersteller eingesetzt, wie etwa in der von Tom Ford Beauty, die digitale und private Beratungsplätze miteinander verknüpft. Hierzu nehmen die Schönheitsberater Make-up-Anwendung des Kunden auf Video auf, dieser kann den Film dann mit den Produkten mitnehmen, um den Look zu Hause nachzuempfinden. Hightech-Terminals wiederum ermöglichen es den Kunden, verschiedene Looks virtuell auszuprobieren. Neben Tom Ford Beauty bietet auch Estee Lauder solche virtuellen Make-up-Stationen.

Lancome wiederum betreibt bei Bloomingdales eine Station, an der Verbraucher die Foundation ihres Make-ups digital abstimmen können. Und Charlotte Tilbury bietet den Kunden einen Extra-Raum für ihre Instagram-Momente an. La Mer nutzt eine Kameratechnologie, die Produktinformationen und Anwendungstipps einblendet, wenn ein Kunde ein angezeigtes Produkt aufhebt.

Voller Kundenservice

Bloomingdales selbst bietet fachkundige Beauty-Guides an, die Kunden durch die Abteilung führen und sie bei der Auswahl der Produkte unterstützen. Der persönliche Beauty-Shopping-Service gilt als der erste seiner Art. Die markenunabhängigen Beauty-Stylisten helfen den Käufern, neue Marken zu entdecken, die ihren Bedürfnissen entsprechen, und zeigen ihnen neue Make-up- und Hautpflegetechniken. Abgerundet wird das Erlebnis für Beauty-Kunden durch ein erweitertes Angebot an Spa- und Beauty-Services. Je nach Marke können die Dienstleistungen beim Kauf eines Produkts kostenlos sein oder sie werden gegen eine Servicegebühr angeboten.

Gegenüber Forbes ließ Bloomingdales zudem durchblicken, dass es das neue Beauty-Konzept auf die anderen Kaufhäuser der Kette ausweiten will.

 

2019-01-18T10:45:12+00:00