Kassenlose Läden verbreiten sich rasant

Wie die Pilze: Aktuell sprießen in allen möglichen Städten kassenlose Läden aus dem Boden – unter anderem in Paris, Amsterdam, Shanghai, Chicago und Tokio. Eine Bestandsaufnahme der aktuellen Entwicklungen.

Der erste Laden ohne Kasse war bekanntlich Amazon Go in Seattle. Mit ihm wollte Amazon beweisen, dass das Konzept funktioniert und die Kunden es auch annehmen. Inzwischen ist der Laden nicht mehr alleine in Seattle, zwei weitere Geschäfte wurden bereits eröffnet. Auch in San Francisco gibt es ein Amazon Go, in Chicago entstanden kürzlich zwei Läden. Ein weiterer in New York ist in Planung und wurde bereits vom Unternehmen bestätigt. Nun soll der Sprung über den Atlantik kommen. Einem Bericht der Times zufolge sucht Amazon derzeit passende Orte in Großbritannien.

Europa

In Frankreich betreibt die Casino Group einen eigenen kassenlosen Laden. Dieser liegt in der Nähe der Champs Elysee und führt etwa 6.000 Produkte, darunter hauptsächlich Nahrungsmittel. Darüber hinaus können Kunden an einer digitalen Wand Essen nach Hause bestellen und sich von einem digitalen Butler Tipps geben lassen. Die Kunden bezahlen entweder mit der Casino-App oder an einer Self-Checkout-Kasse. Das Unternehmen nimmt die Kasse also nicht ganz aus dem Laden, entfernt aber immerhin das Kassenpersonal.

Die niederländische Supermarktkette Albert Heijn eröffnete gleich zwei Märkte ohne Kassen in Amsterdam. Sie gingen aus einem Pilotprojekt hervor, in dem das Unternehmen  die Technologie überprüft hatte. Der erste ist im Amsterdam Medical Center situiert, das zweite Geschäft finden Kunden am Hauptbahnhof. Im nächsten Schritt möchte das Unternehmen alle seine 80 Läden in den Niederlanden mit der Technologie ausrüsten. Bezahlt wird bei Albert Heijn direkt an den Regalen, entweder per App oder mittels einer speziellen „Tap-to-Go“-Karte.

Asien

In Asien werden ja bereits von JD.com und 7-Eleven einige Läden ganz ohne Personal betrieben. Immer mehr asiatische Unternehmen schließen sich diesem Trend nun an. Dabei muss es sich nicht einmal unbedingt um Händler handeln, wie der Fall von JR East in Tokio zeigt. Denn hinter dem Namen verbirgt sich der Eisenbahnbetreiber East Japan Railway. Das Unternehmen testet derzeit an der Haltestelle Akabane im Norden Tokios ein Konzept, bei dem Kunden die gewünschten Produkte einfach einpacken können. Kameras an der Decke beobachten sie dabei und Künstliche Intelligenz ordnet ihnen die Einkäufe zu. Die Verbraucher bezahlen mit den Bahnkarten, mit denen sie auch in den Zügen einchecken.

Ebenfalls kein Händler im traditionellen Sinn ist der Mineralölkonzern Shell – auch wenn an Tankstellen gerne mehr gekauft wird als nur Benzin. In Malaysia hat der Konzern nun einen Versuch gestartet, bei dem die Kunden ihre Einkäufe auf den Tresen legen, welcher den Endpreis automatisch berechnet. Anschließend kann per Debitkarte, Kreditkarte oder App bezahlt werden. Die Technologie dahinter stammt von dem chinesischen Unternehmen BingoBox. Auf eine ähnliche Technologie setzt auch der südkoreanische Händler GS Retail in seinem Smart Convenience Store, dort wird allerdings per Gesichtserkennung bezahlt.

Die japanische Kosmetikmarke SK-II hat – nach dem Debüt ihres Smart-Stores in Tokio – nun einen solchen mit Technologie gespickten Laden in Shanghai eröffnet. Im SK-II Smart Store nutzen die Kunden ein spezielles Armband für die Bezahlung, was den Prozess vom Smartphone entkoppelt.

Und auch in Indien hat inzwischen der erste Laden ohne Kassierer aufgemacht. Zu Watasale in Kerala erhalten die Kunden Zutritt über einen Code auf ihrem Smartphone, den sie am Eingang einscannen müssen. Im Laden nutzen sie dann ihre Handys um QR-Codes an Produkten einzulesen und diese zu erwerben. Eine Künstliche Intelligenz überwacht den Laden.

2018-10-31T14:35:05+00:00