Künstliche Intelligenz im asiatischen Handel

Ein neuer Innovation Hub in Hongkong arbeitet unter Federführung eines der größten Handelshäuser der Welt an der Zukunft des Handels. Dabei geht es vor allem um den Einsatz Künstlicher Intelligenz im Handel und der Logistik.

Li & Fung hat in Hongkong einen Innovation Hub eröffnet, in dem Ideen, Möglichkeiten und Geschäftsmodelle zur Zukunft der Lieferketten im Mittelpunkt stehen. Das in Deutschland wenig bekannte Unternehmen gilt mit einem Jahresumsatz von etwa sieben Milliarden US-Dollar und gut 18.000 Mitarbeitern als eines der größten Handelshäuser der Welt. Es agiert unter anderem als Beschaffungspartner der Sportartikelunternehmen Reebok und Nike, der Bekleidungsunternehmen Esprit, Abercrombie & Fitch und Marks & Spencer sowie der Handelskonzerne Walmart, Metro, Sainsbury’s und Carrefour. Für den Walt Disney-Konzern organisiert Li & Fung die Produktion aller Merchandising-Artikel seiner Themenparks. Auch Coca-Cola ist bei Merchandising-Artikeln Kunde des Unternehmens. Es hat also großen Einfluss auf die Retail-Welt. Umso interessanter ist deshalb, was in dessen Innovation Hub passiert.

Der Innovation Hub mit dem Namen „Explorium“ fokussiert sich dabei ganz auf den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI). Er umfasst rund 6.400 Quadratmeter Kooperationsfläche für Inkubatoraktivitäten und Unterstützungsleistungen, eine Stoffbibliothek für die Bekleidungsherstellung, eine 3D-Druckexperimentierplattform und einen Multifunktionsbereich für Produkteinführungen und -demonstrationen. Bei der feierlichen Eröffnung stellte das JD AI Lab ein System zur automatischen Produkterkennung durch KI vor, das zusammen mit dem Handelsunternehmen Circle K (welches in Hongkong zu Li & Fung gehört) entwickelt wurde.

Verschiedene KI-basierte Lösungen

Das Software-as-a-Service (SaaS)-Unternehmen Virtual Control präsentiert im Innovation Hub eine digitale Lösung zur Abwicklung analoger Prozesse in modernen globalen Lieferketten. Die Software nutzt dabei eine Reihe von digitalen Tools, um die Effizienz und Automatisierung in Unternehmen zu erhöhen. Zu den Technologien zählen unter anderem Augmented Reality, Machine Learning, Fotoerkennung und Datenanalyse.

WildFaces Technology wiederum bietet ein bildbasiertes KI-System, das Gesichter, die von beweglichen Kameras wie Drohnen, Laufrobotern, Mobiltelefonen oder Wearables erfasst wurden, anonym erkennen und verfolgen kann. Diese weltweit erste „On-the-move“-Erkennungstechnologie erfordert nur eine einzige Kamera mit niedriger Auflösung, um Hunderte von Gesichtern in Echtzeit in großen Menschenmassen und auf große Entfernungen zu identifizieren, so die Entwickler. Auf diese Weise könnten 50 hochauflösende, aber feste installierte Kameras aus anderen Gesichtserkennungssystemen ersetzt werden.

Deep Learning und Neuro-Linguistisches Programmieren

Weitere Partner im „Explorium“ sind ZhuiYi Technology, eines der führenden KI-Unternehmen in China, das mit Deep Learning und Neuro-Linguistischem Programmieren die Kundenzufriedenheit und die Geschäftseffizienz verbessert, sowie Hampen Technology, ein Anbieter von auf Deep Learning basierenden biometrischen Authentifizierungs- und Videoanalyselösungen für Fintech-, Sicherheits- und Retail-Anwendungen. Ebenfalls mit an Bord ist der Microsoft Accelerator Shanghai. Mit Partnern wie diesem möchte Li & Fung die Brücke nach Europa und Nordamerika schlagen, um dort chinesischen Start-ups den Markteintritt zu erleichtern.

2018-12-06T15:04:43+00:00