Marks & Spencer startet eigenen Lebensmittellieferdienst

Der britische Einzelhändler Marks & Spencer bot– im Gegensatz zu seinen Konkurrenten Tesco, Sainsbury’s, ASDA und Morrisons – keinen eigenen Lebensmittel-Lieferdienst an. Mit der Hilfe von Ocado ändert sich dies nun.

Ocado ist ein britischer Online-Supermarkt, der keine Filialen betreibt. Stattdessen liefert er direkt aus dem Lagerhaus zu seinen Kunden nach Hause. Bisher arbeitete das Unternehmen mit der Supermarktkette Waitrose zusammen, die für Ocado auch als Zulieferer tätig war. Diese Position übernimmt nun Marks & Spencer, im Rahmen eines Joint Ventures beteiligt sich das Unternehmen zur Hälfte an Ocados Geschäften. Mit dieser 750-Millionen-Pfund-Investition baut der Einzelhändler seine Onlinepräsenz aus.

Der Onlinemarkt für Lebensmittel wird in Großbritannien auf ein Volumen von 11,4 Milliarden Pfund geschätzt. Der Service von Waitrose und Ocado hat 720.000 Kunden, die in das neue Angebot von Marks & Spencer überführt werden sollen.

Marks & Spencer und der Onlinehandel

Marks & Spencer experimentiert seit 2017 mit der Online-Lebensmittelversorgung, aber Geschäftsführer Steve Rowe verzögerte weitere Investitionen. Er sah diese kritisch, da die Umsätze in den Bekleidungs- und Lebensmittelabteilungen sanken. Zudem muss das Unternehmen mehrere Hürden überwinden, um im Internethandel erfolgreich zu sein. Denn die Lebensmittelabteilungen von Marks & Spencer verkaufen nur etwa 7.000 Produkte, Konkurrent Tesco kommt dagegen in den meisten Filialen auf 40.000 Artikel.

Zudem wird bei Marks & Spencer durchschnittlich für 13 Pfund eingekauft, während Ocados Mindestbestellwert derzeit bei 40 Pfund liegt. Darüber hinaus fokussiert sich der Einzelhändler traditionell auf exklusive Eigenmarken und nicht auf die großen Lebensmittelmarken. Das neue Angebot online populär zu machen, dürfte deshalb eine Herausforderung für die Einzelhandelskette sein.

2019-02-28T16:15:12+00:00