Mieten liegt im Trend – inzwischen auch bei Kleidung

Schon seit einigen Jahren werden Haushaltsgeräten nicht mehr immer gekauft. Besonders junge Verbraucher oder solche, die oft umziehen, bevorzugen es, Waschmaschinen und Co. nur zu leihen. Der Trend hat nun die Modebranche erreicht.

Der US-amerikanische Modekonzern Urban Outfitters startet im Sommer sein neues Angebot „Nuuly“. Für 88 Dollar pro Monat können Kunden damit „sechs Artikel aus einer Kollektion von aufstrebenden Designern, ikonischen Labels, einzigartigen Vintage-Funden und unserer eigenen Markenfamilie Anthropologie, Free People und Urban Outfitters auswählen“, erklärt das Unternehmen. Die Artikel werden dabei in einer wiederverwendbaren Tasche mit einem vorfrankierten Versandetikett verschickt. Kunden erhalten nach einem Monat sechs weitere Kleidungsstücke, wenn sie die alten entweder zurücksenden oder erwerben. Das Unternehmen selbst wird die Kleidung inspizieren und waschen, bevor es sie erneut vermietet oder verkauft, so ein Bericht des Wall Street Journal.

In guter Gesellschaft

Urban Outfitters ist mit dem Angebot nicht alleine. So verleiht das Modelabel Ann Taylor bereits seit Ende 2017 Kleidungsstücke für 95 US-Dollar im Monat. Gut ein Jahr später stieg auch die Marke Express in den Markt ein, hier kostet der Service 70 Dollar. Bei beiden Angeboten erhalten die Kunden drei Artikel pro Sendung. Und erst im Februar 2019 startete American Eagle seinen Modeverleih. Verbraucher bezahlen dort für ebenfalls drei Kleidungsstücke im Monat 50 Dollar. Bei allen Angeboten übernehmen die Händler die Versandkosten und kümmern sich um die Reinigung der Wäschestücke.

Einen etwas anderen Weg geht Amazon mit seinem Angebot Prime Wardrobe. Der Service, der seit Sommer 2018 für alle Prime-Mitglieder in den USA verfügbar ist, lässt Kunden drei oder mehr Artikel ohne Vorkasse bestellen und gibt ihnen eine Woche Zeit zu entscheiden, ob sie die Klamotten behalten oder zurückschicken möchten. Allerdings handelt es sich hierbei um kein monatliches Abo.

Der große Veteran der Branche ist allerdings Rent the Runway. Das seit 2009 aktive Unternehmen hat sich auf Designer-Kleidung und Accessoires spezialisiert. Inzwischen hat das Start-up den „Unicorn“-Status erreicht, es ist also über eine Milliarde Dollar wert.

Ein Blick auf den Markt

Im Vergleich ist der Markt für Miet-Mode noch nicht sonderlich groß: Laut RetailDive liegt er in den USA bei etwa 0,3 Prozent aller Modeausgaben. Er lockt aber mit großem Potential. Für dieses Jahr wird mit einem Wachstum von 28,9 Prozent auf einen Gesamtumsatz von etwa 1,28 Milliarden Dollar gerechnet.

Ein Blick auf Deutschland

Auch in der Bundesrepublik gibt es inzwischen zahlreiche Angebote für das Mieten von Kleidung. Hier sind vor allem Start-ups wie Re-nt für Alltagsmode, Klienda für Baby- und Kindersachen oder Chic by Choice für Designerkleider aktiv. Mit Tchibo Share (ebenfalls Kinderkleidung) beteiligt sich aber auch bereits ein größerer Konzern an dem Markt.

2019-05-23T15:13:53+00:00