Mobiles Bezahlen: China, Norwegen und Großbritannien vorn dabei

Mit dem Handy in Geschäften bezahlen zu können, ist in Deutschland nur in Ausnahmefällen möglich. In anderen Ländern hingegen etabliert sich die Methode als neuer Standard. Führend dabei sind China, Norwegen und Großbritannien.

Der Gebührenvergleichsservice Merchant Machine hat Zahlen hinter mobilen Wallets zusammengetragen, um einen Überblick über die am schnellsten wachsenden Technologiemärkte der Welt zu schaffen.

Dass China als führende Nation identifiziert wird, ist dabei wenig überraschend – schon seit mehreren Jahren gilt das Reich der Mitte als Musterschüler auf dem Gebiet des mobilen Bezahlens. Die beiden Anbieter WeChat Pay (600 Millionen User) und Alipay (400 Millionen User) dominieren den dortigen Markt. Die Studie schätzt, dass knapp die Hälfte der chinesischen Smartphone-Besitzer (47 Prozent), mobile Bezahllösungen nutzt. WeChat Pay und Alipay  haben zudem längst damit begonnen, ihren Heimatmarkt zu verlassen. Dabei geht es nicht darum, neue Kunden zu gewinnen, sondern den Nutzern auch im Ausland ein Bezahlerlebnis wie zu Hause zu bieten.

Norwegen und Großbritannien

In Norwegen verwenden 42 Prozent der Smartphone-Besitzer mobile Bezahllösungen, womit das Land auf dem zweiten Platz im internationalen Vergleich landet. Interessant ist dabei, dass der Rückstand auf China nur gering ausfällt. Die weite Verbreitung geht in diesem Fall wohl auf die Einheitlichkeit des Angebots zurück: Alle Netzbetreiber in dem skandinavischen Land bieten eine gemeinsame Mobile Wallet an. Mit „Strex“ können die Norweger nicht nur ihre Handy-Rechnung, sondern auch mobil in Geschäften bezahlen. Laut eigenen Angaben verarbeitet das Unternehmen über 75 Millionen Bezahlvorgänge pro Jahr – bei gut 4,2 Millionen norwegischen Smartphone-Nutzern.

Auf dem dritten Platz steht Großbritannien mit nur 24 Prozent Mobile Payment-Nutzung unter den Handy-Besitzern, gefolgt von Japan (20 Prozent) und Australien (19 Prozent). Deutschland hingegen ist in den Top Ten nicht zu finden. Das im Vergleich zu China und Norwegen mangelnde Interesse im Vereinigten Königreich wurde kürzlich durch Untersuchungen von IDEX Biometrics bestätigt, die zeigen, dass mobile Zahlungen eher unbeliebt sind: Drei Viertel (75 Prozent) der Befragten gaben an, dass sie meistens Karten verwenden – einschließlich kontaktloser Karten –, im Gegensatz zu Bargeld (21 Prozent), mobilen Zahlungen (3 Prozent) und Schecks (1 Prozent).

Der Prozentsatz der Zahlungen mit einem Mobiltelefon in britischen Geschäften ist dabei von 1,3 Prozent im dritten Quartal 2016 auf 5,6 Prozent im dritten Quartal 2018 gestiegen. Dies zeigt eine Analyse von 190 Millionen Kartentransaktionen durch Cardlytics.

2018-11-22T14:17:29+00:00