Online-Lebensmittel: Amazon wird aggressiver

Wer den Lebensmittel-Lieferdienst Amazon Fresh nutzen wollte, musste bisher eine monatliche Gebühr bezahlen. In den USA hat Amazon diese nun gestrichen, um mehr Kunden anzulocken. Damit reagiert der Online-Riese auch auf aktuell sinkende Gewinne.

In über 2.000 US-Städten können sich Amazon Prime-Mitglieder frische Lebensmittel via Amazon Fresh innerhalb von zwei Stunden nach Hause liefern lassen. Bisher mussten sie für diesen Service eine zusätzliche monatliche Gebühr von 14,99 US-Dollar bezahlen. Diese Kosten entfallen nun. Gleichzeitig hat Amazon den Bestellprozess vereinfacht, damit Shopper bei ihrem lokalen Whole Foods über dessen individuelle Webseite oder die mobile App einkaufen können. Zudem erweitert das Unternehmen das Sortiment von Amazon Fresh um Nicht-Konsumgüter wie einige Bestseller und Geräte aus Amazons Online-Geschäft.

Sinkende Gewinne

Diese Anpassungen stehen auch im Licht sinkender Gewinne bei Amazon. Denn obwohl das Unternehmen seinen Nettoumsatz im dritten Quartal deutlich steigern konnte – von 56,6 Milliarden  auf 70 Milliarden Dollar –verzeichnete der E-Commerce-Riese einen Rückgang des Nettogewinns. Dieser sank von 2,9 Milliarden Dollar im dritten Quartal 2018 auf 2,1 Milliarden Dollar. Das verbesserte Amazon Fresh-Angebot soll nun helfen, die Bilanz der Handelssparte zu verbessern, indem neue Kunden angelockt und bestehende dazu animiert werden, mehr einzukaufen. Einer Studie zufolge waren die 14,99 Dollar ein Haupthindernis für Nutzer, sich bei Amazon Fresh anzumelden. Den Großteil seines Geldes verdient Amazon bereits seit längerem mit seinen Web-Services, wie etwa dem Hosting von Webseiten. Diese Sparte macht 71,6 Prozent des operativen Gewinns aus.

Den US-Markt für Lebensmittel-Lieferdienste dominiert Amazon bei weitem nicht so stark wie den Onlinehandel. Tatsächlich ist das Unternehmen nur ein Anbieter unter vielen und kommt auf einen Marktanteil von 10,7 Prozent. Platzhirsch ist derzeit mit 21,5 Prozent Instacart. Der Dienst verschickt seine Lebensmittel im Auftrag von Einzelhändlern wie Costco und CVS.

In Deutschland ist Amazon Fresh derzeit in Berlin, Hamburg und München aktiv. Hierzulande wurde die zusätzliche Gebühr in Höhe von 9,99 Euro pro Monat jedoch nicht gestrichen.

Alkohol online bestellen bei Walmart

Im Kampf um Marktanteile hat auch Walmart kürzlich eine wichtige Neuerung eingeführt: Kunden der Supermarktkette können nun auch alkoholische Getränke online bestellen und am Bordstein abholen. Hierfür müssen sie einen Ausweis vorzeigen , der ihre Volljährigkeit bestätigt, bevor der Walmart-Mitarbeiter die Einkäufe in ihren Kofferraum legt. Der Service ist in 29 der 50 US-Bundesstaaten verfügbar.

2019-10-31T14:05:08+00:00