Roboter als Katzenkellner, Lieferjungen und Pizzabäcker

Roboter als Katzenkellner, Lieferjungen und Pizzabäcker

Um dem zunehmenden Personalmangel entgegenzuwirken und Konsumenten anzulocken, setzen vor allem in Asien immer mehr Restaurants auf Unterstützung durch Roboter. Zuletzt eröffneten unter anderem im indischen Kochi und in Seoul Filialen, in denen Maschinen das Essen an den Platz bringen. Im Bereich der automatisierten Zubereitung läuft es allerdings für einige US-Unternehmen nicht besonders rund.

Der BellaBot imitiert eine Katze.

So galt Zume Pizza vor kurzem noch als Erfolgskandidat, da das Unternehmen das Pizzabacken automatisieren wollte. Nach einem Bericht von MSNBC konzentriert sich die Firma nun allerdings nur noch auf kompostierbare Verpackungen und entlässt die Hälfte ihrer Belegschaft. Neben den großen Pizzaketten, die natürlich auch schon mit dem Einsatz von Robotern experimentieren, scheint aber bereits ein würdiger Nachfolger gefunden zu sein: Das Seattler Start-Up Picnic stellte auf der Technikmesse CES seine Lösung vor, die 300 individuelle Pizzen pro Stunde backen können soll.

Das auf von Robotern gefertigte Burger spezialisierte Start-Up Creator kämpft dagegen derzeit mit fehlenden Zahlungen von Investor SoftBank. Und der Roboter-Coffeeshop Cafe X hat abrupt drei Standorte in San Francisco geschlossen, da man „sich künftig auf das Geschäft an Flughäfen“ konzentrieren wolle. Allerdings scheint es hier laut einem Bericht von „Axios“ finanzielle Schwierigkeiten zu geben, da das Unternehmen seine Mitarbeiter wohl bat, zum Jahresende 2019 zwei Wochen unbezahlten Urlaub zu nehmen.

Streichelbare „Katze“

Das chinesische Unternehmen PuduTech hat vermutlich keine solchen Probleme, da schon mehr als 5.000 seiner PuduBots in Restaurants im Einsatz sind. Diese können bestellte Essen und Getränke zum Platz des Konsumenten bringen und halten dabei einen Tag mit nur einer Akkuladung durch. Der etwas unpersönlich wirkende Roboter bekommt nun einen „tierischen“ Artgenossen: Der auf der CES vorgestellte BellaBot funktioniert im Prinzip identisch, zeigt auf seinem Bildschirm aber ein einer Katze nachempfundenes Gesicht und miaut, wenn die Kunden ihre Bestellung vom Tablett herunternehmen sollen. Zudem reagiert der BellaBot auf Berührungen mit Veränderungen in der „Mimik“. Einfache Streicheleinheiten werden mit einem freundlichen Gesicht belohnt, zu lange Ablenkungen führen dagegen zu einer ablehnenden Haltung. Zudem gibt es nun einen weiteren Roboter namens HolaBot, der das benutzte Geschirr zurück in die Küche bringen soll. Sowohl der Bellabot als auch der HolaBot sollen im Frühjahr in den Verkauf gehen.

Paketbote für die Haustür

Derweil hat Automobilhersteller Ford als erster Kunde zwei Prototypen des intelligenten Roboters Digit von Agility Robotics erworben. Das Unternehmen möchte mit diesen erproben, wie sich Lagerhaltung und Warenlieferung effizienter und erschwinglicher gestalten lassen. Digit ist eine mit Armen und Beinen ausgestattete Maschine, deren Einsatzgebiet Ford auch bei der Lieferung auf den letzten 15 Metern bis zur Haustür sieht. Getestet wird deshalb primär, wie Ford-Nutzfahrzeuge und Digit in diesem Fall miteinander und mit ihrer Umgebung interagieren können. Vor allem Paketlieferdienste könnten von Digit profitieren, da sich der Roboter zusammengefaltet im hinteren Teil des Fahrzeugs lagern lässt und nach dem Eintreffen am Zustellungsort selbstständig Pakete aus dem Wagen holt und bis zum Ziel transportiert. Es dürfte allerdings auch kaum Hindernisse geben, wenn er einmal den Pizzaboten ersetzen soll…

2020-01-16T10:32:52+00:00