Umfangreiche AR-Lösung bei Möbelhändler aus Singapur

Möbelhändler und -marken setzen auf Augmented Reality (AR), um ihren Kunden ein besonderes Einkaufserlebnis und zusätzliche Services zu bieten. Die Designmöbel- und Lifestyle-Marke Commune aus Singapur geht dabei besonders weit.

Die cloud-basierte Omni-Channel Lösung „Commune: In Motion“ besteht aus zwei Teilen: Einer AR-App für Kunden sowie einer integrierten Plattform für den Einzelhändler selbst. Mit der App können Verbraucher Möbel virtuell in ihr Zuhause stellen um zu sehen, wie sich der neue Sessel in das Wohnzimmer fügen oder mit welchem Bezug eine neue Couch am besten zu den anderen Möbeln passen würde. In den Filialen von Commune können Kunden zudem mit einer Virtual Reality-Lösung Einrichtungsgegenstände erleben.

Die Händler-Plattform wiederum ermöglicht die Integration von Online- und Offline-Daten über verschiedene Touch Points hinweg. So werden zum Beispiel das Browserverhalten der Kunden und die Verwaltung von Kauf- und Lieferaufträgen in Echtzeit miteinander verknüpft. Die Kundeberater können über das System zudem auf Produktinformationen und den Lagerbestand zugreifen. So soll die Lösung den Geschäftsbetrieb verbessern und die Effizienz des Kundenservice erhöhen. Die Zeit, die ein Angestellter benötigt um einen Kunden zu bedienen, werde so um 70 Prozent reduziert.

Ein nahtloses Online-Offline-Erlebnis

„Die Einzelhändler, die im nächsten Jahrzehnt erfolgreich sein werden, werden diejenigen sein, die ihre Geschäfte für das digitale Zeitalter neu ausrichten und definieren“, sagt Commune-CEO Joshua Koh. „Der stationäre Handel hat die enorme Chance, die besonderen Vorteile des ‚old fashioned, in-person shopping‘ auf eine Weise zu nutzen, von der digitale Websites nur träumen können. Die Gewinner von morgen werden diejenigen sein, die in der Lage sind, die digitale Welt so in ihre Geschäfte zu transportieren, dass sie Kunden begeistert, Loyalität schafft und Markenwerte generiert.“

Dies gilt natürlich nicht nur für den Möbelhandel. So vermisst Nike beispielsweise die Füße seiner Kunden, um den perfekt sitzenden Schuh zu finden. Burger King tauschte in einer Marketing-Kampagne die Werbeplakate seines Hauptkonkurrenten McDonalds effektvoll gegen eigene Anzeigen aus. Der Parfüm- und Kosmetikkonzern Coty lässt seine Kunden virtuell neue Haarfarben testen, Estee Lauder bietet einen solchen Service für Makeup.

All diesen Anwendungsfällen ist gleich, dass sie die Angebote der Marken und Händler ergänzen, und das mit wenig Aufwand. Nötig sind meist nur das Smartphone des Nutzers und eine entsprechende App. Aber es können auch andere Lösungen wie interaktive Spiegel oder Screens verwendet werden. Dementsprechend erwartet Gartner auch, dass bereits 2020 über 100 Millionen US-Bürger mit Hilfe von AR-Anwendungen shoppen. Im selben Jahr wollen 46 Prozent der Händler in den Vereinigten Staaten ihre AR- und VR-Lösungen im Einsatz haben.

2019-08-22T10:45:39+00:00