USA: Ein Blick in wegweisende stationäre Geschäfte

In Seattle, der Heimatstadt von Amazon, Starbucks und anderer weltweit agierender US-Unternehmen, findet sich nicht nur der Amazon Go-Store. Zahlreiche Geschäfte weisen den Weg in die Retail-Zukunft. Ein Rundgang.

Gemeinsam mit Carsten Szameitat, Gründer von Retail Tour und Vorstandsvorsitzender der Location Based Marketing Association (LBMA) DACH, hatte ich (Maximilian Feigl, Redakteur) im Vorfeld der RetailLoco Conference die Gelegenheit, die Handelswelt der USA etwas genauer zu erkunden. Dass die Konferenz in Seattle stattfand, erwies sich hierfür als Glücksfall: Die Stadt im Nordwesten der USA ist nicht nur die Heimat von Amazon und beherbergt den ersten der Amazon Go-Stores, sondern auch viele andere Retailer testen hier ihre Konzepte.

Amazon Go

Eine unserer ersten Stationen in der Stadt war natürlich der Amazon Go-Store. Auch wenn er inzwischen keine Neuheit mehr darstellt, ist Seamless Checkout immer noch etwas, das man sehr selten findet. Was den ursprünglichen Amazon Go-Store von den neueren unterscheidet, die inzwischen an anderen Standorten in Seattle sowie in San Francisco und Chicago eröffnet haben, ist das Angebot: Denn dort können Besucher Alkoholika kaufen. Diese werden in den anderen Geschäften nicht geführt, da ja das Alter des Kunden überprüft werden muss. Amazon lässt dies von Personal erledigen, was zu einem etwas seltsamen Bild führt. In dem Laden, der eigentlich ohne Verkaufsmitarbeiter auskommen sollte, steht den ganzen Tag ein Angestellter vor dem Regal mit Bier, Wein und Spirituosen. Aber auch für das Auffüllen der Regale ist noch Personal notwendig, weswegen Amazon Go nicht als ein personalloser Laden gilt.

Ein Blick auf Amazon Go im Video (bitte Ton aktivieren):

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Gepostet von RetailTour am Mittwoch, 24. April 2019

Innenstadt Seattle

Die Innenstadt von Seattle wird in ihren Einkaufsstraßen inzwischen von Bekleidungsgeschäften absolut dominiert. Läden, die etwa Elektronik-Artikel oder Bücher verkaufen, findet man dort praktisch nicht mehr. In den Einkaufszentren hielt sich, trotz zahlreicher Angebote von Restaurants bis Kinos, die Besucherzahl in engen Grenzen – an Wochentagen ebenso wie am Wochenende. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch bei Macy’s. Innovative Ideen und Konzepte in Sachen Kundenerfahrung waren in den Läden der Innenstadt auch eher selten zu finden. Allerdings muss man die Beratung durch Fachangestellte – unter anderem in der Elektronikabteilung von Target – hier lobend erwähnen.

University Village

Einen ganz anderen Eindruck von der Zukunft des Handels erhielten wir im University Village, einem gut besuchten Open-Air-Einkaufszentrum im Norden von Seattle. Dort finden sich zahlreiche neue Ladenkonzepte und namhafte Marken, die etwas Neues ausprobieren.

Das University Village im Video (bitte Ton aktivieren):

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Gepostet von RetailTour am Mittwoch, 24. April 2019

Zu den Geschäften zählt unter anderem ein Amazon Book Store. Das Konzept, mit dem der Onlinehändler schon seit vielen Jahren in der Fläche präsent ist, greift auf die Lehren aus dem Online-Buchmarkt zurück: Neben den Büchern werden ausgedruckte Rezensionen der Onlineplattform präsentiert und zudem Kaufempfehlungen gezeigt, die auf den Einkäufen anderer Kunden basieren. Im physischen Laden funktioniert dies, indem direkt neben einem bestimmten weitere Bücher platziert werden, die dem Kunden „ebenfalls gefallen könnten“. Darüber hinaus nutzt Amazon diese Läden, um die Zweitplatzierung von Produkten zu testen, die nicht in Konkurrenz zum eigentlichen Sortiment stehen. In diesem Fall sind dies unter anderem Amazon Basics-Produkte.

Amazon Books unter der Lupe (bitte Ton aktivieren):

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Gepostet von RetailTour am Dienstag, 30. April 2019

Bonobos, b8ta, Microsoft

Ebenfalls im University Village zu sehen gibt es eine Filiale von Bonobos. Der ehemalige Online Pure Player verwendet seine Geschäfte als reine Showrooms: Der Kunde kann dort Kleidungsstücke anziehen, um die passende Größe zu finden und ein Gefühl für die verwendeten Materialien zu bekommen. Kaufen darf er dort allerdings nichts, dies ist ausschließlich online möglich.

Ein ähnliches Konzept verfolgt der Elektronikfachhändler b8ta. Anstatt Kleidung probieren Kunden hier verschiedene Gadgets von Hoverboards über Massagegeräte bis hin zu Kamerahaltungen aus. b8ta hat die Produkte allerdings auch auf Lager, so dass sie vor Ort gekauft oder online bestellt werden können.

Die letzte Station unseres Rundgangs war, ebenfalls im University Village, der Laden von Microsoft. Dieser zeichnet sich besonders durch ein den ganzen Laden umspannendes Band aus Bildschirmen sowie seine für Workshops reservierten Flächen aus. Mit Gaming-Events spricht der Xbox-Hersteller zusätzlich die jüngere Zielgruppe an.

Ein Blick auf den Microsoft Store (bitte Ton aktivieren):

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Gepostet von RetailTour am Donnerstag, 25. April 2019

2019-05-02T14:49:14+00:00