USA: Waren-Abholung am Straßenrand nimmt Fahrt auf

Wer bei Supermärkten in den USA seine Einkäufe online bestellt kann diese bei immer mehr Filialen am Bordstein entgegennehmen. Bei Walmart soll der „Curbside Pickup“ im kommenden Jahr bereits ein Drittel der Onlineumsätze ausmachen.

Dies schätzt zumindest das Investment-Banking-Unternehmen Cowen and Company. Die Analysten gehen zudem davon aus, dass zwischen elf und 13 Prozent der Walmart-Kunden den Service nutzen. Der Händler selbst hat dazu bisher jedoch keine Zahlen veröffentlicht.

Große Vorteile für Walmart

Das „Curbside Pickup“-Angebot hat sich für Walmart inzwischen ausgezahlt. Denn damit holt der US-amerikanische Handelsriese Internet-affine Verbraucher ab, die das Einkaufen im Onlineshop dem klassischen Ladenbesuch vorziehen. Diese Klientel gibt laut dem Marktforscher Numerator mit einem durchschnittlichen Einkauf von 124,86 US-Dollar deutlich mehr Geld aus als die Kunden in der Filiale (49,70 Dollar). Zudem nimmt der Einkaufswert mit der Zahl der „Curbside Pickup“-Bestellungen um etwa zehn Dollar innerhalb von zwölf Einkäufen zu.

Die Daten von Numerator zeigen auch, dass die Verbraucher den Abholservice von Walmart dem Einkauf im Geschäft vorziehen. 45 Prozent von Walmarts Kunden, die Lebensmittel abholen, empfinden den Einkauf von Essen und Trinken als lästige Pflicht. Darüber hinaus gaben 76 Prozent an, dass sie Zeit beim Online-Shopping sparen; 64 Prozent empfinden „Curbside Pickup“ als angenehm.

Die Konkurrenz zieht nach

Andere Händler versuchen derzeit, den Vorsprung von Walmart auf diesem Gebiet aufzuholen. Hauptkonkurrent Amazon etwa bietet „Curbside Pickup“ derzeit nur in 30 seiner Whole Foods-Geschäfte an, Walmart hingegen in über 2.100 Filialen. Kroger offeriert sein Grocery Pickup wiederum in mehr als 1.000 Geschäften, während Albertsons Drive Up & Go-Service von mehr als 500 Standorten aus betrieben wird. Und der Service Drive Up von Target ist an 1.250 Standorten im ganzen Land verfügbar.

2019-06-06T15:11:13+00:00