Virtuelle Warteschlangen und Express-Shopping

Virtuelle Warteschlangen und Express-Shopping

Die Wartezeiten vor manchen Geschäften dürften einige Verbraucher derzeit dazu bewegen, ihren Einkauf zu Konkurrenten, auf andere Zeiten oder ins Internet zu verlagern. Britische Supermärkte versuchen unter anderem mit virtuellen Warteschlangen und separierten Eingangsbereichen gegenzusteuern.

„Speedy Shopping“ soll für schnellere Einkäufe bei Morrison sorgen (Bild: Morrison)

Dank eines neuen Systems können Konsumenten nun bei Asda einen Platz in der Warteschlange buchen, ohne sich wirklich anstellen zu müssen. Sie werden dabei einfach auf dem Smartphone informiert, wenn sie den jeweiligen Laden betreten dürfen. Das System wird derzeit in einer Filiale in Middleton ausprobiert und soll innerhalb der nächsten Wochen weitflächig zum Einsatz kommen. Asda rechnet damit, dass die aktuellen Social Distancing-Maßnahmen in Großbritannien noch bis mindestens Ende des Jahres gelten werden, weshalb die Einführung einer virtuellen Warteschlange durchaus Sinn ergibt.

Neuseeland: Textnachricht für Eintritt

Asda ist dabei nicht der erste Supermarktbetreiber weltweit, der auf ein solches Konzept setzt. Bereits Anfang April testete der neuseeländische Foodstuffs-Konzern in den Läden New World Kumeu und Pak’nSave Royal Oak einen Service, bei dem Konsumenten via Textnachricht in die Warteschlange „einchecken“.

Mit „Safe Queue“ entstand im Rahmen der IBM Call of Code Global Challenge sogar die passende App für das Management virtueller Warteschlangen. Die meisten Händler und Firmen dürften bei Interesse an entsprechenden Initiativen aber eher auf eigene Anwendungen setzen.

Speedy Shopping

Asda-Konkurrent Morrisons hat eine eigene Idee, wie sich Warteschlangen reduzieren lassen. Wer nur einen Einkaufskorb mitnimmt und deshalb vermutlich vergleichsweise wenige Produkte mitnimmt, darf sich extra für das „Speedy Shopping“ einreihen. Dabei dürfen jeweils drei Konsumenten mit Einkaufskorb die Filiale betreten, bevor wieder ein Kunde mit Einkaufswagen eingelassen wird.

Zusätzlich gibt es in den Morrisons-Geschäften spezielle Speedy-Shopper-Kassen – sowohl mit Kassierern als auch als Selbst-Scan-Modell. Um die Geschwindigkeit weiter zu optimieren, nehmen einige der Selbst-Scan-Kassen dabei lediglich Kartenzahlung an. „Es ist fair, dass Kunden, die kleinere Einkaufstouren unternehmen, ebenfalls weniger Zeit in der Warteschlange verbringen sollten“, sagt Morrisons-CEO David Potts. „Speedy Shopping stellt sicher, dass die Morrisons-Geschäfte für Kunden, die nur eine kleine Anzahl Artikel wünschen, angenehmer sind.“

2020-05-28T13:11:17+00:00