Walmart baut seine Roboterarmee aus

Walmart baut seine Roboterarmee aus

Die US-amerikanische Supermarktkette Walmart setzt bereits seit längerem in einigen Filialen auf Roboter, die Regale hinsichtlich fehlender Produkte überprüfen. Nun werden mehr Kunden mit ihnen Bekanntschaft schließen, da bis zum Sommer insgesamt tausend Filialen entsprechend ausgestattet sein sollen. Zudem hat der Retailer nun sein auf die Revolution der Online-Lebensmittellieferung ausgerichtetes Supercenter in Salem vollständig in Betrieb genommen.

Ein Roboter scannt die Walmart-Regale (Bild: Walmart)

Bislang fahren in 350 US-Filialen Roboter des Unternehmens Bossa Nova umher, um nach Lücken im Produktsortiment zu suchen. Dabei können sie nicht selbst aktiv werden, wenn keine ausreichende Ware in den Regalen liegt, sondern informieren lediglich die zuständigen Mitarbeiter. Anscheinend war ihr Einsatz aber doch sehr effektiv, da Walmart sicher sonst keine Nachfolgebestellung in solcher Höhe platziert hätte. Erfolgreicher sind damit nur Reinigungsroboter, die mittlerweile in über 1.500 Läden des Händlers die Böden sauberhalten sollten, falls die Pläne vom April vergangenen Jahres in die Tat umgesetzt wurden.

Bots für Online-Lebensmittel

In Walmarts Supercenter in Salem, New Hampshire, ermöglicht derweil das von der Firma Alert Innovation entwickelte Alphabot-System eine schnellere und effizientere Kommissionierung. In einem ca. 1.850 Quadratmeter großen Lagerraum suchen autonom agierende Wagen die für den Online-Lebensmitteleinkauf bestellten abgepackten, gekühlten oder tiefgefrorenen Produkte heraus und liefern sie an eine Arbeitsstation. Dort prüft ein Mitarbeiter derzeit die Waren, verpackt sie und sorgt für die Auslieferung. Frische Lebensmittel gehen weiterhin komplett durch menschliche Hände.

Die völlig autonomen Bots arbeiten ohne Einsatz von Förderbändern oder Aufzügen auf drei Bewegungsachsen, was den notwendigen Platz für das Lager reduziert und flexiblere Herangehensweisen ermöglicht. Da Alphabot zudem kontinuierlich Auftragsinformationen austauscht, lernt das System ständig dazu und kann die Bevorratung so intelligenter gestalten. Während sich die Mitarbeiter aufgrund der teilweisen Verlagerung ihrer Aufgaben laut Walmart nun vor allem besser um die Kunden kümmern können, sollen die Konsumenten zusätzlich von der durch Alphabot erhöhten Geschwindigkeit profitieren. So könnten sie künftig Bestellungen näher an der geplanten Abholzeit platzieren und müssten bei der Abholung kürzer auf ihre Waren warten.

Alphabot ist bereits seit Mitte 2019 am Pilotstandort Salem zu Hause, wo auch künftig der gesamte Prozess weiter verfeinert und perfektioniert wird. Nach dem Einholen von Kunden- und Mitarbeiterfeedback will Walmart die nächsten Schritte für eine breitere Einführung prüfen.

2020-01-16T13:43:45+00:00