Walmart begegnet Out-of-Stock-Situationen per App

Der US-amerikanische Einzelhandels-Riese Walmart gibt mit einer neuen App seinen Angestellten direkten Zugriff auf seinen Onlineshop. So sollen die Verkäufer den Kunden dabei helfen, vergriffene Produkte leichter zu erhalten.

Die sogenannte Out-of-Stock-Situation, also wenn eine Ware in einem stationären Laden vergriffen ist, bringt Händler in eine denkbar ungünstige Lage: Der Kunde befindet sich im Laden, bereit zu kaufen, doch das gewünschte Produkt ist nicht da. Anstatt ihn nun unverrichteter Dinge ziehen zu lassen, setzen immer mehr Händler auf die Kraft ihres Onlineshops. Walmart stellt hierfür seinen Angestellten nun eine Extra-App zur Verfügung.

Das Ganze funktioniert wie folgt: Ist ein gewünschtes Produkt nicht im Laden, kann der Kunde einen Verkäufer ansprechen. Dieser sucht für ihn auf dem firmeneigenen mobilen Gerät den Artikel im Onlineshop und bestellt ihn. Der Kunde kann entscheiden, ob die Ware direkt zu ihm nach Hause oder in den Markt geliefert werden soll. Im letzteren Fall spart er sich die Lieferkosten. Anschließend erhält er vom Verkäufer eine Rechnung, die er an der Kasse bezahlen kann. Dabei wird die Bestellung erst dann abgewickelt, wenn die Bezahlung getätigt wurde.

Ein Heer an Apps

Walmart hat sich vorgenommen, intensiv mobile Geräte in seinen Stores einzusetzen. Daher verfügen die Angestellten inzwischen über ein ganzes Heer von Anwendungen, mit denen sie verschiedenste Aufgaben erfüllen können. So gibt es eine App zur internen Marktplanung, eine für die Erfassung am Wareneingang, eine zur Überwachung der Produktverfügbarkeit in den Regalen (hier hilft ein Roboter, der die Regale überwacht und die Angestellten über die App informiert) und eine für die Änderung von Produktpreisen. Darüber hinaus führt Walmart eine Anwendung, mit der Manager die Performance ihres Markts überwachen können, eine weitere zur Überwachung einzelner Abteilungen sowie eine für das Retourenmanagement. Die einzelnen Apps beschreibt das Unternehmen ausführlich in seinem Blog.

Alle Apps haben dabei gemein, dass sie das Personal entlasten und die Abläufe in den Märkten vereinfachen sollen. Damit haben die Angestellten mehr Zeit für den Umgang mit Kunden. Ein Ziel, das Walmart auch anderweitig verfolgt: Seit einiger Zeit rüstet das Unternehmen seine Läden mit autonomen Robotern für die Bodenreinigung aus. Denn wer nicht den Boden wischen muss, kann Fragen beantworten und Kunden betreuen.

2018-12-06T14:56:28+00:00