Whole Foods eröffnet seine 500. Filiale

Seit dem Kauf durch Amazon gilt Whole Foods als Synonym für die Ambitionen des Onlinehändlers im stationären Markt. Die Aufmerksamkeit lag dabei meistens auf den bestehenden Filialen. Doch wie wirkt sich der Eigentümerwechsel auf neue Shops aus?

Allgemein gesehen hatte der Einstieg von Amazon gemischte Auswirkungen auf Whole Foods. Das Geschäft senkte die Preise und bietet nun Amazon Prime-Mitgliedern Vorteile an. Auch zusätzliche Dienste wie zum Beispiel Schließfächer für die Abholung online bestellter Ware wurden eingeführt. Whole Foods hat ferner seinen Betrieb zentralisiert und das niedrigpreisige „365“-Experiment beendet. Zudem wird den Läden nachgesagt, sie hätten den „lokalen Flair“ verloren, der sie einst auszeichnete. In Atlanta eröffnete nun die 500. Filiale. Dabei handelt es sich aber nicht um ein einfaches Geschäft, sondern um den neuesten Flagship-Store.

Essen im Laden

Kunden können in vier Schnellrestaurants essen, die über die gesamte Filiale verteilt sind, oder aus einer Vielfalt an Food-Stationen, von Pizza bis hin zu asiatischen Gerichten, wählen. Darüber hinaus gibt es Pop-up-Stationen für Mittagsgerichte (zum Beispiel Fisch-Tacos und Steak-Sandwiches) sowie eine Wein- und Saftbar am Haupteingang, eine Kaffeebar mit Straßeneingang und eine containerähnlichen Grillmöglichkeit auf dem Dach.

Neben einer Full-Service-Fleischabteilung verfügt der neue Store auch über einen „Gemüsemetzger“, der Obst, Gemüse und Fleischersatz-Produkte im Sortiment hat. Die Selbstbedienungs-Bäckerei wurde vergrößert, zudem legen viele der genannten Food-Stationen ebenfalls ihren Schwerpunkt auf Self-Service. Ferner wuchs der Umfang der Beauty-Abteilung, zusätzliche Dienstleistungen wie eine Fitness-Abteilung finden sich auf dem Dach.

Was ist mit Amazon?

Der 500. Laden unterscheidet sich also nicht so sehr vom bisherigen Konzept von Whole Foods: Frische und regionale Produkte, bewusstere Ernährung und ein großzügiges Essens- bzw. Restaurant-Angebot waren schon immer Teil der Firmenstrategie und auch in anderen Flagship-Stores präsent. Der neue Besitzer Amazon hinterlässt aktuell nur wenige Spuren in dem Laden: Hinweisschilder für Amazon Prime-Angebote und eher versteckte Abholboxen sind die sichtbarsten Zeichen des E-Commerce-Riesen. Die Präsenz, die er in anderen Filialen zeigt – zum Beispiel mit Amazon Alexa – fehlt hier.

Damit ist der neue Flagship-Store weniger ein Fingerzeig in Richtung Zukunft als eine Hommage an die Vergangenheit von Whole Foods. Vielleicht kann er sogar als Zeichen dafür interpretiert werden, dass sich Amazon bald weniger auf den Biosupermarkt konzentrieren will – schließlich gibt es Gerüchte über einen neuen Supermarkt, den der Online-Riese gegen Walmart, Kroger und Co. in Stellung bringen möchte.

 

2019-04-25T13:56:56+00:00