Wie virtuelle Umkleidekabinen Verbraucher begeistern

Mit virtuellen Umkleidekabinen sehen Verbraucher, wie ihnen ein bestimmtes Kleidungsstück passt, ohne dieses anzuprobieren. Ein Start-up aus Shanghai verbindet dies nun mit Big Data – und die Verbraucher stehen Schlange.

Egal ob man möglichst schnell etwas Passendes finden möchte oder gerne stöbert und ausprobiert – das ständige Umziehen beim Kaufen neuer Kleidung kostet Zeit und manchmal auch Nerven. Digitale Umkleidekabinen lösen das Problem, indem die gewünschte Kleidung auf einem virtuellen Avatar dargestellt wird. So kann der Kunde sofort sehen, wie das Kleidungsstück am Körper aussieht.

In einer Mall in Shanghai testet das Shanghaier Start-up Pulsion aktuell seine Lösung in einem eigenen Shop mit dem Name „Moda Pulso“. Laut Medienberichten mit großem Erfolg, es sollen sich lange Schlangen vor den Touch Screens bilden. Insgesamt bietet der Laden zehn solcher Touchscreens sowie einen extra großen „Magic Mirror“.

Verschiedenste Größen und Formen

Solchen virtuellen Umkleidekabinen kämpfen oft mit dem Problem, dass Menschen viele verschiedene Größen und Formen haben, die dem virtuellen Abbild meistens nicht entsprechen. Die wenigsten Verbraucher sehen aus wie Models. Pulsion setzt auf die Macht der Daten, um dieses Problem zu lösen. Mit Hilfe einer Datenbank für Körpertypen, in der die Informationen von über 6 Millionen asiatischen Frauen gespeichert sind, werden 3D Modelle für die Displays erstellt. Die Verbraucher können diese dann anhand von 20 Parametern angepasst, damit der Avatar ihnen gleicht. Zudem können sie ihn mit ihrem eigenen Gesicht versehen.

Haben Nutzer erst einmal einen solchen Avatar für sich erstellt, können sie diesen mit ihrer Handynummer oder ihrem WeChat-Account verknüpfen. So haben sie ihn nicht nur für den nächsten Besuch im Laden sofort wieder parat, Pulsion kann dann jederzeit mit ihnen in Kontakt treten und sie über neue Kollektionen informieren. Bei der Rückkehr in den Laden werden ihnen zudem Anzeigen auf den Touchscreens gezeigt, sobald sie sich wieder einloggen. Diese werden auf Basis ihrer Verhaltens-Daten personalisiert.

Einsatz von Big Data

Genau hier liegt dann auch das eigentliche Kerngeschäft von Pulsion. Das Unternehmen verspricht, auf Basis der Nutzerdaten die Nachfrage in den Läden besser vorhersagen zu können, was zu mehr Verkäufen bei geringeren Inventurkosten führen soll. Hierzu greift das Unternehmen auf Daten zum Einkaufsverhalten zurück, die aus mehreren Quellen stammen, nicht nur aus der virtuellen Umkleide. Diese sei laut dem Unternehmen sowieso nur ein Trend, mit dem Unternehmen Kunden in die Läden locken können. Langfristige Pläne verfolge Pulsion hier hingegen nicht.

2018-10-31T14:35:34+00:00