Zeigt die American Dream Mall die Zukunft der Einkaufszentren?

Shopping Center haben es derzeit schwer – besonders in den USA. Aufgrund von Krisen bei vielen stationären Händlern fallen wichtige Mieter aus. Gleichzeitig bleiben Kunden zu Hause und bestellen online. Gibt es noch eine Zukunft für große Einkaufszentren?

In den USA gibt es laut einem Forbes-Bericht in etwa 500 große Shoppingcenter. Dem stehen circa 1.000 geschlossene bzw. bald schließende Ankergeschäfte gegenüber, also solche Läden, die zuvor mit ihrer landesweiten Bekanntheit Kunden in die Malls zogen und große Flächen mieteten. Damit verliert jede Mall durchschnittlich zwei ihrer wichtigsten Mieter. Da aber Einkaufszentren in den besten Lagen wahrscheinlich weniger betroffen sind, haben die Shopping Center in weniger guten Lagen noch stärker damit zu kämpfen.

Eine Welle an Schließungen in den USA erscheint somit unvermeidbar – es sei denn, die Shopping Center schaffen es, sich neu zu erfinden. Die American Dream Mall, die Ende Oktober eröffnet, könnte zeigen, wie dies aussieht. Nachdem das Bauprojekt über 23 Jahre dauerte und mehr als fünf Milliarden US-Dollar verschlang (und trotzdem ist man noch nicht fertig, offiziell spricht man von „Chapter One“), lässt sich die Lösung für das Mall-Sterben mit der Formel „55 zu 45“ zusammenfassen: 55 Prozent der knapp 280.000 Quadratmeter großen Fläche sind für Unterhaltung und nur 45 Prozent für den Handel vorgesehen.

Einkaufen wird zur Nebensache

Und der Unterhaltungsteil kann sich durchaus sehen lassen: Der Fernsehsender Nickelodeon, der die Rechte an Kinderserien wie Spongebob Schwammkopf oder Power Rangers hält, betreibt hier einen eigenen Themenpark – Achterbahnen und Live-Shows inklusive. Darüber hinaus gibt es in dem Einkaufszentrum eine Eissporthalle. In Zukunft sollen noch ein DreamWorks-Wasserpark – das Animationsstudio hat unter anderem die Filme der Shrek- und Madagaskar-Reihen produziert – sowie eine Indoor-Skihalle folgen. Zudem sind ein Kino, ein Aquarium, ein Legoland, ein Minigolf-Kurs sowie eine Aussichtsplattform geplant. Die Eröffnung der Shopping-Abteilung ist erst für den März 2020 vorgesehen.

Bei dem neuen Shopping Center in New Jersey geht es also in erster Linie um Unterhaltung. Das Einkaufen wird dabei zur Nebensache. Dementsprechend rechnen die Verantwortlichen auch mit deutlich längeren Aufenthaltszeiten in der Mall von bis zu sechs Stunden. Ob die Geschäfte vor Ort davon profitieren, wird sich zeigen.

2019-10-17T14:34:37+00:00